Der Künstler Josef Hegenbarth

Biographische Notizen

Josef Hegenbarth gehört zu der Generation von Künstlern, welche die klassische Moderne in Deutschland prägen. „Als Zeichner malend und als Maler zeichnend“, wie sein Biograf Fritz Löffler es treffend formulierte, entwickelt sich Hegenbarth schon früh zur künstlerischen Ausnahmeerscheinung — fern den Stilen und Ismen seiner Zeit.

1884

Geboren am 15. Juni in Böhmisch-Kamnitz. 1905 siedelt Hegenbarth nach Dresden über. Anders als etwa die Brücke-Künstler, mit denen er bekannt war, besucht er bis 1915 die Dresdener Kunstakademie.

1921

1921/22 Einzug in das Wohn- und Atelierhaus in Loschwitz, das heutige Josef-Hegenbarth-Archiv. Seit 1924/1925 zeichnet er für Zeitschriften und setzt sich eigenständig mit Werken der Weltliteratur auseinander.
Hegenbarth wird Mitglied der Prager und der Wiener Secession. Davon scheinbar unberührt entwickelt er seine unverwechselbare Handschrift. Seine Arbeiten werden in Berlin, Wien, Prag, Venedig und 1930 in New York ausgestellt.

1936

Diffamierung und Ausstellungsverbot infolge der Veröffentlichung einer regimekritischen Karikatur. Hegenbarths künstlerische Konsequenz: der zeitgenössische Mensch verschwindet bis 1945 fast vollständig aus seinen Zeichnungen. An dessen Stelle tritt der tierische Gefährte des Alltags in der Stadt, im Zirkus und im Zoo.

1945

Intensivierung der Illustrationskunst. Die Hochschule für Bildende Künste Dresden ernennt ihren ehemaligen Meisterschüler 1946 zum Professor. Es folgen Ausstellungen und Ehrungen in beiden Teilen Deutschlands.
In seinen beiden letzten Lebensjahren beschäftigt er sich intensiv mit biblischen Themen. Davon zeugen die 1961 gezeichneten Kreuzwegstationen in der Hedwigs-Kathedrale in Berlin-Mitte, Unter den Linden.

1962

Josef Hegenbarth stirbt am 27. Juli 1962 im Alter von 78 Jahren. Hegenbarths Werk wird in öffentlichen und privaten Sammlungen weltweit bewahrt.